Aktuelles

8. August 2021:

Stellungnahme der Initiative zum Nahverkehrskonzept für Einbeck

Die Stadt Einbeck hat die Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing Schubert aus Hannover beauftragt, ein Nahverkehrskonzept für Einbeck zu erarbeiten.

Die Verkehrswende-Initiative Einbeck begrüßt die umfassenden Gestaltungsvorschläge im vorliegenden Nahmobilitätskonzept für Einbeck. Unsere Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

"Autos nur noch im Museum!"

Verkehrswende-Initiative Einbeck bei PS.Speicher-Autokorso präsent​

Einbeck, den 25.07.2021 
 
Die Verkehrswende-Initiative Einbeck ist heute mit Fahrrädern im PS.Speicher-Autokorso mitgefahren, um für eine echte Mobilitätswende zu demonstrieren. Zwei Fahrräder zogen Lastenanhänger, auf denen mehrere Menschen saßen und Banner hochhielten. Mit dem Bannerspruch „Autos nur noch im Museum – Mobilität der Zukunft: ÖPNV & Fahrradstraßen“ fordert die Initiative ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrspolitik.
 
Sowohl unter Passant*innen, als auch unter den restlichen Teilnehmer*innen des Autokorsos, fand die Aktion viel Zuspruch. „Wir haben Spaß an unserem Liebhaber-Auto zu basteln, fahren sonst aber meist mit dem Rad“, sagte eine der Mitfahrer*innen im Gespräch. Die Aktion der Initiative richtete sich auch nicht gegen den PS.Speicher, die Initiative möchte vielmehr für ein Umdenken in der Alltags-Mobilität werben. 
 
Die Vision der Verkehrswende bedeutet für Einbeck, die Stadt und die Region so zu gestalten, dass alle Orte zu Fuß, per Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind. Dabei ist nicht der Verbrennungsmotor, sondern Autos generell das Problem. PKWs sind eine verschwenderische, gefährliche und umweltschädliche Form der Fortbewegung. Daher ist klar: E-Autos sind keine Lösung – gut ausgebaute Radinfrastruktur & ÖPNV zum Nulltarif schon!
 
Zur Umsetzung dieses grundsätzlichen Wandels setzt sich die Initiative vor Ort für mehr Fahrradwege und einen Ausbau des Bus- und Bahnnetzes ein, und schlägt vor die Altendorfer Straße in Einbeck autofrei zu gestalten. Mittelfristig soll mit der Beteiligung von Einwohner*innen ein Verkehrswendeplan entwickelt werden, um darüber mit der Stadt ins Gespräch zu kommen.
 
Am kommenden Freitag lädt die Verkehrswende-Initiative, wie jeden letzten Freitag im Monat, zur Fahrrad-Demo ein. Startpunkt ist um 16 Uhr der Parkplatz am Köppenweg 3.
 

Für eine radikale Verkehrswende braucht es vielzählige, bunte, kreative und praktische Aktionen, Kampagnen und Projekte. Wer mitmachen möchte, kann das gerne tun. Uns geht es dabei aber nicht darum, dass alle immer alles machen sollen und überall dabei sein müssen.

Wenn Du was machen magst, kannst Du es einbringen, Leute finden und diese Idee gemeinsam umsetzen. Wir wollen nicht nur reden, sondern handeln. Also: Los gehts! Wie wunderschön könnte Einbeck ohne die Dominanz des Autos sein. Ohne Lärm, Gestank und vor allem Gefahr.

Was ist nötig?
Die 5 Säulen der Verkehrswende

KURZE WEGE

Keine neuen Wohn- und Gewerbegebiete, Freizeitparks, Bildungseinrichtungen weiter außerhalb von Ortschaften und ohne Bus- und Bahnanschluss. Vorhandene Verkehrsquellen dieser Art wie Supermärkte auf der grünen Wiese hinterfragen. Läden, Arztpraxen und mehr in die Dörfer zurückverlegen.

AUTOFREIE ZONEN

Ortszentren und sensible Zonen vom Autoverkehr befreien. Es muss unbequemer sein, per Auto an Fußgänger*innenzonen oder Kindergärten heranzufahren als zu Fuß, mit Öffis oder per Fahrrad. Autos sind der Hauptgrund, warum Menschen Angst haben, sich zu Fuß oder per Rad zu bewegen.

VERKEHR VERLAGERN

Das größte Potential hat der Radverkehr. Bei guten Bedingungen lassen sich ein Anteil von 60 Prozent an allen Wegen erreichen. Kernstück ist ein gutes Netz von Fahrradstraßen, die alle wichtigen Punkte und Ortsteile verknüpfen. Dazu bessere Abstellplätze, Leihräder usw.

ÖPNV BESSER UND KOSTENLOS

Busse mit klimafreundlichem Antrieb ermöglichen einen guten Anschluss an die Bahn und allen anderen Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Damit dann auch alle fahren können und wollen, müssen die Fahrkarten abgeschafft werden. Dem Nulltarif gehört die Zukunft und Einbeck kann ein Pionierprojekt wagen!

WEGE ZU FUSS

Genug Platz, verbunden mit angenehmen Aufenthalts- und Spielplätzen, barriere- und lärmfrei. Und natürlich gilt: Keine neuen Straßen mehr. Sofortiger Baustopp überall. Denn: „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten!“ Das zeigte die Erfahrung immer wieder. Also lasst uns mit dem Unfug aufhören.

Werde kreativ und bring Dich mit Deiner Aktionsidee ein!
Denn nur bunt, offen und kreativ werden wir alte Muster durchbrechen und neue Wege gehen, anstatt sie weiter unnötigerweise mit dem Auto zurückzulegen.

Was WIRD SCHON GEMACHT ODER WELCHE IDEEN GIBT ES?
VERKEHRSWENDE LOKAL DURCHSETZEN. EINE EINLADUNG.

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Auf Autostraßen parken

Malt euch ein kleines Schild, welches ihr auf dem Gepäckträger eures Drahtesels befestigen könnt und zeigt, was passie-ren würde, wenn Fahrradfahris auf den Autostraßen parken würden

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Geh- und Radlzeug

Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden.§25 (2) StVO

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Critical Mass

Monatlich machen wir eine Fahrraddemo und machen deutlich, dass die Straßen nicht den Autos, sondern uns gehören. Sei gerne dabei und schau vorbei.
Nächster Termin: 28.05.2021

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Fahrradstraßen

Temporäre FahrradstraßeWarum auf die Entscheidung irgend eines Stadtrates warten? Wer das mit der Verkehrswende schon mal erlebbar machen will, kann per Versammlungsrecht z.B. eine Fahrradstraße schon heute (temporär) umsetzen.

Nächster Halt: Verkehrswendeplan Einbeck. Bist Du dabei?

Eine Checkliste und Einladung „Umfassender Verkehrswendeplan“
(Andere Schritte und Reihenfolgen sind auch möglich)

  • Erstellung guter Planunterlagen ohne Copyright, z.B von Openstreetmap
  • Recherche, welche Vorschläge es in Politik, Verwaltung, bei Umweltverbänden, ADFC, VCD und andern schon gibt, und tragt alles, was Euch sinnvoll
    erscheint, in den Plan ein
  • Erstellung des ersten Entwurfs Verschickung an alle, die zu verkehrspolitischen Sachen aktiv sind mit der Bitte um Kommentare und Ergänzungen.
  • Verabredung mit den Leuten aus solchen Gruppen und sammelt deren Ideen, Bedenken usw. ein zu Fuß- und Radverbindungen, Barrierefreiheit, Bus und Bahn sowie der ganzen Infrastruktur rundherum.
  • Positionierung mit großen Ausdrucken des Planes in Innenstadt, Ortsteilen, vor Schulen und anderen großen Einrichtungen und bittet dort die Passant*innen, ihre Anregungen hinzuzufügen.
  • Präsentation der ersten Entwürfe und die Aktionen in der Öffentlichkeit in den Medien.
  • Übergabe, wenn ein guter Zwischenstand geschafft ist, die Ergebnisse medienwirksam an Parteien und Verwaltung.
  • Eure Aktionen an dem Plan ausrichten, d.h. macht Straßenfeste dort, wo die Autos raus sollen, meldet Fahrradstraßen als Versammlung dort an, wo welche hinsollen usw.